CoQ10 oder Ubiquinol? Warum die Form entscheidet
Coenzym Q10 steckt in jeder Zelle, doch ab der Lebensmitte wird es weniger. Was Q10 im Herzen macht und worin sich Ubiquinon und Ubiquinol unterscheiden.
Das Wichtigste in Kürze
- Coenzym Q10 ist an der Energiegewinnung jeder Zelle beteiligt – besonders viel steckt im Herzmuskel.
- Der Körper bildet Q10 selbst, doch die Menge sinkt mit dem Alter.
- Ubiquinol ist die bereits aktive Form, die der Körper direkt nutzen kann.
- Q10 ist fettlöslich – Weichkapseln mit Öl und eine Mahlzeit verbessern die Aufnahme.
Müde Beine, weniger Puste auf der Treppe, abends schneller erschöpft: Viele schieben das einfach aufs Älterwerden. Ein Stoff, der dabei oft genannt wird, ist Coenzym Q10. Doch was macht Q10 eigentlich – und warum steht auf manchen Packungen „Ubiquinol“ und auf anderen nicht?
Was ist Coenzym Q10?
Coenzym Q10 ist eine vitaminähnliche Substanz, die in fast allen Zellen vorkommt. Seine wichtigste Aufgabe übernimmt es in den Mitochondrien, den „Kraftwerken“ der Zellen. Dort hilft es, aus Nahrung Energie in Form von ATP zu gewinnen.
Organe, die besonders viel Energie brauchen, enthalten auch besonders viel Q10. Ganz vorne dabei: das Herz, das jeden Tag rund 100.000 Mal schlägt.
Warum der Q10-Spiegel sinkt
Bis etwa Mitte zwanzig produziert der Körper reichlich Q10. Danach nimmt die Eigenproduktion schrittweise ab. Untersuchungen zeigen, dass der Gehalt im Herzmuskel im höheren Alter deutlich niedriger ist als bei jungen Erwachsenen.
Dazu kommt ein Faktor, den viele nicht kennen: Statine, also cholesterinsenkende Medikamente, bremsen denselben Stoffwechselweg, über den der Körper auch Q10 herstellt. Deshalb wird das Thema Q10 bei Statin-Einnahme häufig diskutiert. Ob eine Ergänzung für dich sinnvoll ist, besprichst du am besten mit deinem Arzt.
Mehr Energie im Alltag beginnt in der Zelle – und dort spielt Q10 die Hauptrolle.
Ubiquinon oder Ubiquinol?
Q10 kommt im Körper in zwei Formen vor, die ständig ineinander umgewandelt werden:
| Ubiquinon | Ubiquinol | |
|---|---|---|
| Form | oxidiert | reduziert, aktiv |
| Im Körper | muss erst umgewandelt werden | direkt nutzbar |
| Im Blut | geringer Anteil | über 90 % des Q10 im Blut |
| Zusatzfunktion | – | wirkt als Antioxidans |
Klassische Q10-Präparate enthalten Ubiquinon. Der Körper muss es erst in Ubiquinol umwandeln – und genau diese Umwandlung kann mit zunehmendem Alter weniger effizient werden. Ubiquinol nimmt diesen Schritt vorweg.
Was Studien zeigen
Q10 gehört zu den am häufigsten untersuchten Nährstoffen rund ums Herz. In der großen Q-SYMBIO-Studie erhielten Menschen mit Herzschwäche zwei Jahre lang zusätzlich zu ihrer Therapie Q10 oder ein Placebo. In der Q10-Gruppe traten schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse seltener auf.
Auch bei gesunden Menschen wird Q10 im Zusammenhang mit Energie, Müdigkeit und körperlicher Leistungsfähigkeit untersucht. Die Ergebnisse sind gemischt – am ehesten profitieren Menschen mit niedrigem Ausgangsspiegel.
Ehrlich eingeordnet
Die Herz-Studien wurden mit Patienten unter ärztlicher Betreuung durchgeführt. Q10 als Nahrungsergänzung ersetzt keine Behandlung. Für Q10 gibt es in der EU derzeit keinen zugelassenen gesundheitsbezogenen Claim.
So nimmst du Q10 richtig ein
- Mit Fett: Q10 ist fettlöslich. Weichkapseln mit Öl und eine Mahlzeit verbessern die Aufnahme deutlich.
- Regelmäßig: Der Spiegel im Blut baut sich über mehrere Wochen auf.
- Morgens oder mittags: Manche Menschen fühlen sich nach einer abendlichen Einnahme wacher.
Nimmst du Blutverdünner oder Blutdruckmittel, sprich vorher mit deinem Arzt – Q10 kann die Wirkung einzelner Medikamente beeinflussen. Für Schwangere, Stillende und Kinder ist eine Ergänzung nicht vorgesehen.
Q10 im Team mit Knoblauch und K2
Gereifter Knoblauchextrakt wird für die Gefäße untersucht, Vitamin K2 für die Verteilung von Kalzium. Q10 ergänzt beides auf der Ebene der Zelle – dort, wo das Herz seine Energie gewinnt. Statt drei einzelner Präparate lassen sich die Stoffe heute in einer gemeinsamen Routine kombinieren.
Fazit
Coenzym Q10 ist ein natürlicher Bestandteil jeder Zelle, und ab der Lebensmitte wird es weniger. Wer ergänzen möchte, greift am besten zur aktiven Form Ubiquinol, nimmt sie zu einer Mahlzeit und bleibt dran. Bei Medikamenten wie Statinen oder Blutverdünnern gilt: erst mit dem Arzt sprechen.
Quellen
Mortensen SA et al. The effect of coenzyme Q10 on morbidity and mortality in chronic heart failure: results from Q-SYMBIO. JACC: Heart Failure. 2014;2(6):641–649.
Kalén A, Appelkvist EL, Dallner G. Age-related changes in the lipid compositions of rat and human tissues. Lipids. 1989;24(7):579–584.
Hernández-Camacho JD et al. Coenzyme Q10 supplementation in aging and disease. Frontiers in Physiology. 2018;9:44.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.



